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Praxis mit Welpen
1. Gruppe und Gelände:
Gruppe: Das Alter der Welpen soll zwischen 8 und 16 Wochen liegen, da dies die Zeit der Sozialisierung ist. Alles was älter ist, zählt zu den Junghunden und sollte in einer eigenen Gruppe betreut werden. Die Gruppengröße sollte bei 6 Hunden liegen, ist die Gruppe größer, muss ein zweiter Trainer vorhanden sein. Die Gesamtzahl darf 10 Welpen dennoch nicht überschreiten. Jüngere Welpen gehören nach meiner Überzeugung primär zu ihrem Besitzer und sind in einer Hundegruppe meist überfordert.
Größe und Temperament der Hunde müssen zueinander passen. Es darf durchaus auch einmal derb zugehen, und vor allem kleinrassige Welpen müssen frühzeitig lernen, dass sie klein sind (und das auch bleiben werden), allerdings kann es nicht angehen, dass ein Teil der Gruppe oder einzelne Hunde permanent von kräftigeren/ größeren/ wilderen Welpen überrannt werden. Ich persönlich finde es jedoch in Ordnung, dass sie von Stärkeren immer wieder untergeordnet werden - einem kleinrassigen Hund schadet künstlich anerzogenes Selbstbewusstsein gegenüber anderen Hunden mehr als es ihm nützt. Er wird ein stressfreieres Leben haben, wenn er frühzeitig gelernt hat, sich zu unterwerfen als wenn er in der Überzeugung aufwächst, er könne sich alles erlauben, weil Mensch ihn immer wieder in Schutz nimmt.
Gleichzeitig muss dafür Sorge getragen werden, dass auch die Starken ihren Meister finden und ebenfalls korrekte Unterwerfung lernen. Ein souveräner Althund tut hier gute Dienste, halbwüchsige, jugendliche Rambos hingegen haben nichts bei den Welpen verloren.
Die bisher erfolgten Impfungen müssen vollständig sein. Hundebesitzer, die am Tag des Beginns der Gruppe keinen Impfpass vorgelegt haben, dürfen erst mitmachen, wenn dies erfolgt ist. Ich halte das im Interesse aller Welpen für eine sinnvolle Regelung. Außerdem signalisiert es den Hundebesitzern, dass Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit zu einem solchen Training dazugehören. Manche Tierärzte empfehlen, erst alle Impfungen abzuwarten. Leider ist bis dahin die Sozialisierungsphase vorbei und damit eine wertvolle Zeit verschenkt. Ich persönlich halte das Risiko einer Infektion mit einer Krankheit wie Parvovirose bei einem "normalen" Spaziergang auf öffentlichen Wegen für wesentlich höher, als wenn gesunde Welpen unter sich sind. Ein guter Welpentrainer schaut sich jeden Welpen übrigens gründlich auf eventuelle Krankheitsanzeichen an und lässt z.B. Hunde mit Durchfall nicht teil nehmen.
Gelände
Das Welpengelände ist eingezäunt, gut überschaubar, aber groß genug, dass die Welpen rennen können, ohne ständig irgendwo anzurempeln. Es ist teilbar, so dass man die Welpen bei Bedarf trennen kann. Ich persönlich halte nichts von Welpenspieltagen in freier Natur, da es viel schwieriger ist, in einem nicht umzäunten Gelände den Überblick und die nötige Kontrolle zu bewahren. Das führt in der Folge häufig dazu, dass die Besitzer wild durcheinander wuseln und fröhliche Jagdspiele veranstalten, um z.B. ihre Welpen einzufangen, weil sie sie anleinen sollen. Ein gutes Welpengelände gehört nur den Welpen und bietet Schutz vor anderen Hunden. Mit 8 Wochen sind die Welpen nicht durchgeimpft, und man bietet ihnen eine höhere Sicherheit, wenn sie sich in einem Bereich aufhalten können, der ausschließlich ihnen vorbehalten ist.
Innerhalb des Geländes können sich Gerätschaften wie Tunnels, Röhren, Sand- und Wassergruben befinden. Rampen, Wippen, Laufstege u.ä. haben im frei zugänglichen Bereich nichts verloren. Die Gefahr, dass die Welpen im Spiel hinaufrennen und dann abstürzen und somit schlechte Erfahrungen machen, ist zu groß. Geräteübungen mit Welpen sind Vertrauensübungen (und keine Vorarbeit für Agility) und dürfen nur mit dem Besitzer stattfinden.
Trainer
Ein guter Welpentrainer kann niemals Anfänger in der Hundeausbildung sein. Selbst wenn er seine erste Welpengruppe leitet, MUSS er umfangreiche Erfahrungen in der Erziehung und Ausbildung von Hunden haben. Er MUSS über ein umfangreiches Wissen in Bezug auf Lerntheorien und -verhalten, gewaltfreie Erziehungsmethoden, Motivation, Ernährung, Gesundheit, innerartliches Verhalten, Körpersprache und Entwicklungspsycholgie haben. Leider stellen viele Hundevereine und -schulen oft die Unwissensten zu den Welpen, weil es ihrer Ansicht nach "am einfachsten" ist. Wenn der Welpentrainer einen Hund hat, soll er ihn zeigen können. Wenn dessen Verhalten und Erziehung einen ebenso guten Eindruck macht, wie der Umgang des Trainers mit seinem Hund, stehen die Chancen gut, jemanden mit Ahnung vor sich zu haben. Achtung: Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass es sich dabei auch um einen geeigneten Althund für die Welpengruppe handelt! Ein guter Trainer erkennt auch, wenn sein Hund dafür nicht geeignet ist.
Ein guter Welpentrainer hat ein Kurskonzept, das er vor Beginn des Kurses vorstellen kann. Wer heute noch nicht weiß, was er morgen vermitteln will, ist niemals ein guter Ausbilder. Auf Nachfragen sollte mehr kommen als nur ein paar Allgemeinplätze. Er sollte präzise die Ziele benennen können und die Schritte und Methoden (zumindest auszugsweise), mit denen er diese erreichen will. Wer hier faselt oder unfreundlich wird, sollte besser gemieden werden.
In einer guten Welpengruppe gibt es neben den praktischen auch theoretische Einheiten, in denen das Basiswissen der erfolgreichen Hundehaltung vermittelt wird. Auch sollte immer Raum für persönliche Fragen der Hundebesitzer geschaffen werden. Dies kann am Ende einer Stunde erfolgen oder aber in eigens dafür vorgesehenen Fragestunden, an denen die Welpen nicht teilnehmen. Während der praktischen Einheiten sollte dagegen auf das Stellen und Beantworten allgemeiner Fragen verzichtet werden. Das lenkt vom aktuellen Geschehen ab und stört die Konzentration auf die Welpen. Fragen zu dem, was gerade passiert, sind selbstverständlich wichtig und sollten auch beantwortet werden.
Der Mensch als wichtigster Sozialisationspartner
Dieser Teil beschäftigt sich mit "Faktor Mensch". Der wesentliche Bereich in der Sozialisierung von Hunden liegt in meinen Augen in der Beziehung zwischen Mensch und Hund. Während die Grundelemente der innerartlichen Kommunikation von jedem normal aufgezogenen Welpen innerhalb der ersten 8 Lebenswochen beherrscht werden, muss er den Umgang mit seinem Besitzer komplett neu erlernen. Im Idealfall hat der Züchter während der Prägephase bereits dafür gesorgt, dass der Hund eine grundsätzlich positive Einstellung zu Menschen entwickeln kann.
Kommt der Welpe nun aber zu seinem Besitzer, verliert er nicht nur sein Geschwisterrudel, sondern verändert sein Leben in seinen gesamten Grundzügen: Vom Leben unter Hunden kommt er in ein Leben mit Menschen. Nahezu alles, was er bisher an Kommunikations- und Verhaltensregeln gelernt hat, reicht plötzlich nicht mehr aus, um das tägliche Leben erfolgreich zu bestreiten. Es erscheint nur logisch, dass er seine (schlagartig verlorene) Sicherheit möglichst schnell wieder erlangen möchte.
Kommt er nun in eine Welpengruppe, bietet sich die ebenso folgerichtige wie einfache Gelegenheit, mit Hilfe der neu gefundenen Artgenossen die alte Sicherheit wieder herzustellen. Je nachdem, wie lange die Pause zwischen dem Verlassen des Geschwisterrudels und dem Beginn der Welpengruppe war, wird das ganz schnell funktionieren oder etwas Zeit brauchen. In nahezu allen Fällen wird der Welpe aber innerhalb kurzer Zeit begeistert den Kontakt mit den Artgenossen suchen. So schön und wichtig das auch ist, darf nun jedoch nicht der Fehler passieren, dass dies fortan der zentrale Bezugspunkt für den Welpen wird. Obwohl in der Regel die Welpengruppe nur ein- bis zweimal in der Woche statt findet und der Welpe dazwischen viel Kontakt mit seinem Besitzer hat, geschieht diese Fixierung auf Artgenossen aber schnell sehr nachhaltig.
Es ist auch völlig logisch, dass der Welpe sich damit leichter tut, da er alle wichtigen Regeln ja bereits beherrscht. Viele Besitzer sind so begeistert davon, wie ihr Welpe mit Artgenossen spielt, dass sie auch zwischen den Welpengruppen jede Gelegenheit nutzen, ihrem Hund ständige Sozialkontakte mit anderen Hunden zu ermöglichen. Das ist nun nicht grundsätzlich falsch - aber es bedarf unbedingt eines "Gegengewichtes", um gleichzeitig die Beziehung zum Besitzer zu stärken und zu fördern. Hier liegt nun genau das Problem vieler Welpengruppen: Der Faktor Mensch kommt zu kurz. Zwar werden spielerisch Kommandos geübt und Geräte bezwungen - aber in vielen Gruppen scheinen dies nur die Lückenfüller zwischen den Spielen der Welpen untereinander zu sein.
Begründet wird das oft damit, dass die Welpen sich nicht lange konzentrieren können. Dies stimmt zwar grundsätzlich, aber das Spiel mit den Artgenossen kostet mindestens ebenso viel Konzentration und Energie. Es ist also wichtig, die Konzentrationsfähigkeit des Welpen so zu nutzen, dass auch für die Bindung an den Menschen genug Energie bleibt.
Vielen Hundebesitzern gefällt diese Idee nicht besonders. Manche befürchten, ihr Hund würde seine Fähigkeit verlieren, sich mit anderen Hunden zu verstehen. Diese Gefahr besteht nicht. Zum einen hat ihr Hund bereits das Benimmbuch der Hundekontakte verinnerlicht. Zum anderen bekommt er ja nach wie vor Gelegenheiten zu Begegnungen mit anderen Hunden - nur eben nicht ständig und überall. Für viele Hundebesitzer ist es allerdings oft einfach nur sehr bequem, sich auf der Hundewiese zu verabreden, denn da rennen die Hunde sich müde, während die Menschen gemütlich plaudern können. Erziehung heißt Beziehung - und die erfordert die Bereitschaft, Zeit und Energie zu investieren, um sie gelingen zu lassen.
Wenn nun aber die Welpenbesitzer in den Spieltagen nicht die entsprechenden Grundlagen vermittelt bekommen, sondern - im Gegenteil! - noch darin bestärkt werden, dass Hundekontakte das Nonplusultra seien, ist es nicht verwunderlich, wenn die Beziehung zum Menschen auf der Strecke bleibt. Ein Trainer, der die Meinung vertritt, man könne einen Welpen oder Junghund nicht aus einer spielenden Hundegruppe rufen, hat die Grundzüge von Sozialisation nicht verstanden. Der Hund wird sich so verhalten, wie er es gelernt hat. Konnte er die Erfahrung machen, dass bei seinem Menschen der Spaßfaktor eindeutig höher ist als bei den Hundekollegen, wird er diese jederzeit verlassen, um zu ihm zu eilen. Hat er dagegen über mindestens 4 Lebensmonate gelernt, dass die Gaudi nur im Hunderudel passiert, wird er logischerweise lieber dort bleiben Dann ist natürlich auch jeder Versuch, per Autorität den Hund "abzurufen" völlig sinnlos.
Gemeinsames Spiel
Das Erste, was Hundebesitzer lernen sollten ist, richtig mit ihrem Welpen zu spielen. Was so einfach klingt, gehört zu den schwierigsten Dingen im Umgang mit Hunden. Richtiges Spielen setzt nämlich voraus, dass der Mensch die Bedürfnisse seines Welpen erkennt, seine Körpersprache lesen lernt und weiß, wie er z.B. bei Übergriffen des Welpen angemessen zu reagieren hat. Aus diesem Grund gehört zur Arbeit in einer guten Welpengruppe als wichtigster Bereich das Erlernen des richtigen Spiels. Der Hundebesitzer lernt gleichzeitig quasi nebenbei die Ausdrucksformen seines Welpen kennen, seine Mimik und Gestik verstehen - und richtig Grenzen zu setzen: Dann z.B. wenn der Welpe im Spiel mit der Hand seines Besitzers zu fest zufasst oder ihn im Eifer des Gefechts in Körperteile und Kleidung zwickt.
Wenn es jedem Welpenbesitzer möglich ist, mit seiner Spielaufforderung seinen Welpen dazu zu bringen, dass dieser seine Artgenossen verlässt und mit Hallo zu seinem Besitzer düst - dann ist das in meinen Augen der Beginn einer gelungenen Sozialisation. Je stärker jedoch ein Welpe die Nähe von anderen Hunden seinem Besitzer vorzieht, desto mehr muss daran gearbeitet werden, das zu ändern. Das bedeutet in der Konsequenz auch, die innerartlichen Kontakte zu reduzieren.
Diese Form der Arbeit sollte den weitaus größten Teil der Spielstunden einnehmen. Das Gelingen der Beziehung zwischen Mensch und Hund wird ein Hundeleben lang davon abhängen, wie gut der Hundebesitzer seinen Hund lesen, verstehen und auf ihn reagieren kann.
Geräteübungen und Abenteuer
Die Arbeit an Geräten wie Tunnel, Wippe, Laufsteg artet leider in vielen Gruppen zum Stress für Mensch und Hund aus. Wenn der Welpe auch nach dem 10. Versuch nicht durch den Tunnel will, dann wird er schon mal einfach hineingestopft. Ähnliches geschieht mit anderen Geräten. Innerhalb kürzester Zeit entwickelt sich aus der anfänglichen Freude der Hundebesitzer über die Leistung ihres Welpen nämlich Ehrgeiz. Viele Trainer schaffen es nicht, diesen konsequent zu unterbinden und Leute, die ihre Ungeduld nicht im Griff haben, zur Auszeit zu verdonnern. Oftmals sehen auch die Trainer selbst ihren Ehrgeiz darin, alle Welpen zum Absolvieren der Übungen zu bringen.
Eine Geräteübung in einer Welpengruppen darf nur eine einzige Funktion haben: Das Vertrauen zwischen Welpe und Mensch zu fördern. Damit das gelingt, muss der Trainer in der Lage sein, den Aufbau der Übungen entsprechend zu gestalten. Dazu gehört z.B. dass eine Leine hierbei nichts verloren hat, und der Welpe nicht berührt werden darf. Natürlich setzt das voraus, dass die Geräte so konstruiert sind, dass sie maximale Sicherheit garantieren - eine Agility-Wippe gehört nicht in eine Welpengruppe, ein Steg muss so breit sein, dass sich auch ein großer Welpe darauf umdrehen kann ohne runterzufallen.
Der Besitzer muss lernen, seine Hände vom Hund zu lassen, wenn er etwas von ihm möchte. Seine Stimme und vor allem seine Körpersprache müssen als Motivationshilfe ausreichen. Es wird weder mit Futter noch mit Spielzeug gelockt - Vertrauen funktioniert nicht über Ablenkung. Gemeinsam durch eine große Pfütze zu gehen - ohne Leine und Lockmittel - ist ein völlig ungefährliches und unspektakuläres Abenteuer, und dennoch eine Herausforderung für Mensch und Hund.
Nur wenn es dem Trainer gelingt, die wahre Bedeutung dieser Übungen zu vermitteln, verlieren sie ihren Showcharakter und damit auch die Gefahr, dass zuhause wild und wahllos trainiert wird.
Hund und Hund
Natürlich dienen Welpenspieltage auch der Sozialisation unter Artgenossen. Und auch, wenn nach meiner Überzeugung der Schwerpunkt auf dem Beziehungsaufbau Mensch-Hund liegen muss, spielt das Erlernen des Hundeknigge wöhrend der Sozialisationsphase eine wesentliche Rolle.
Hier ist das Gelingen ganz entscheidend von der Qualität des Trainers abhängig. Er muss soviel über Hunde wissen, dass er zuverlässig einschätzen kann, was an Verhalten zugelassen und was reglementiert werden muss. Man findet sich als Hundebesitzer meist zwischen zwei Extremen wieder: Entweder herrscht die Meinung "Die Hunde regeln das unter sich" oder aber die Hunde dürfen keinen Brummer von sich geben, ohne vom Trainer niedergebügelt zu werden. Der richtige Weg liegt in meinen Augen tendenziell eher in Richtung "Hunde regeln das unter sich" - wobei ich allerdings Einschränkungen mache.
Spiel ist niemals zweckfrei - weder beim Menschen noch beim Hund. Es dient immer dem Einüben von lebenswichtigen Verhaltensweisen und der Entwicklung von Selbstvertrauen und Sicherheit. Ich habe für meine Gruppen einige "Regeln" für den Ablauf von Welpenkontakten entwickelt:
1. Hunde dürfen streiten. Nur wenn sie drohen, erstarren, knurren, abschnappen und auch mal zuschnappen dürfen, können sie ein vielseitiges Repertoire entwickeln, auf das sie später zurückgreifen können. Eine Beißhemmung kann sich nicht entwickeln, wenn der Hund nie die Erfahrung machen kann, was passiert, wenn er zu fest zulangt. Welpenzähne schaffen keine schweren Verletzungen! 2. Unterwerfung muss gelernt werden. Das geht nach meiner Überzeugung nur mit einem geeigneten Althund. Welpen müssen sich nicht Welpen unterwerfen (auch wenn viele das sicherlich öfter tun), aber sie müssen wissen, welches Verhalten gefragt ist, wenn ein wirklich Überlegener auftaucht. Hierbei greife ich niemals ein, auch wenn es manchmal sehr sehr lange dauert, bis der Welpe sich unterwirft. 3. Der Hundeführer ist immer Beschützer. Wenn der Welpe sich aus dem Spiel zu seinem Menschen flüchtet, weil es ihm zu viel wird oder er eine Auszeit braucht, muss der Mensch diesen Job auch übernehmen. Dabei ignoriert er den eigenen Welpen völlig, schirmt ihn aber gegen andere Welpen ab.
Vom zeitlichen Umfang her nehmen Hund-Hund-Kontakte in meinen Stunden maximal ein Viertel, meist nur ein Fünftel der gesamten Zeit ein. Das hat zudem zur Folge, dass die Hunde nicht auf Grund von Übermüdung und Überforderung Aggressionen und/oder Meideverhalten entwickeln.
Eingreifen
Die Aufgabe eines Trainers ist es, einzugreifen, wenn die Situation es erfordert. Das bedingt zum einen, dass ein Trainer erkennen muss, wann es überhaupt Zeit zum Eingreifen ist und zum andern, welche Methoden dabei angemessen sind.
Wenn eine Gruppe Hunde über eine längere Zeit immer wieder den selben Hund jagt und diesen trotz korrekter Unterwerfung nicht in Ruhe lässt, steht eine Auszeit für diese Hunde an. Provoziert der Gejagte die Gruppe selbst immer wieder, darf er ebenfalls eine Pause haben. Dazu weist der Trainer die Besitzer der Hunde an, diese zu sich zu rufen. Die Hunde werden für's Kommen belohnt, angeleint und aus dem Auslauf geführt, von wo aus sie durch den Zaun zuschauen dürfen. Keinesfalls sollten die Besitzer die Hunde fangen, denn daraus entwickeln sich in der Regel nur chaotische Jagdspiele, bei denen die Welpen lernen, dass es spaßig ist, vor ihren Menschen wegzurennen. Natürlich setzt das voraus, dass die Welpen dieses Kommen bereits geübt haben (siehe Mensch-Hund).
Die Auszeit-Hunde sitzen in ausreichendem Abstand zueinander, so dass sie nicht miteinander in Kontakt kommen können, die Leinen werden festgehalten, ansonsten erfolgt keine Einwirkung. Die Besitzer ignorieren die Hunde. Die Hunde bleiben solange draußen, bis sie sich beruhigt und entspannt haben und sich selbstständig setzen oder legen. Das Ganze ist keine Strafe, sondern eine Möglichkeit zur Ruhe zu kommen, und aufgeschaukeltes Verhalten wieder runterzufahren. Der Trainer sorgt dafür, dass die spielenden Hunde nicht durch den Zaun Kontakt aufnehmen.
Was ein Trainer niemals zu tun hat ist, einen Welpen körperlich zu reglementieren! Es geht nicht an, dass er Welpen auf den Rücken dreht, zu Boden drückt oder sonstige Übergriffe startet - mit einer Ausnahme: Der betreffende Welpe hat sich direkt ihm gegenüber dreist verhalten und ihn z.B. gekniffen. Dann ist ein Klaps auf den Fang oder Runterdrücken mit lautem Anrauzen als Maßnahme in Ordnung, ein Alphawurf aber niemals und unter keinen Umständen.
Abgesehen davon, dass ein korrekter Alphawurf eine Kunst ist, die kaum jemand beherrscht und sicherlich mindestens 5-10 Minuten dauert, steht er - wenn überhaupt - dem Besitzer zu. Er ist die oberste Instanz für den Hund, nicht der Trainer.
Die wichtigste Aufgabe eines Trainers ist es, die Hundebesitzer anzuleiten, damit sie selbst richtig eingreifen können. Er muss ihnen erklären, was da gerade passiert, und ihnen Ruhe und Gelassenheit vermitteln. Ein Trainer, der permanent in spielende Welpengruppen pfuscht, womöglich sogar Wasser schüttet oder Ketten wirft, ist unfähig. Auch wenn der Wassereimer in Junghundegruppen durchaus geeignet ist, allzu übermütige Mütchen zu kühlen - bei Welpen hat er nichts verloren.
Reizüberflutung
In vielen Welpengruppen wird ein "Sozialisationsprogramm" gefahren, das so umfangreich ist, dass es sich dabei eher um Reizüberflutung als um positive Lernerfahrungen handelt. Da wird gerasselt, geklingelt, geraschelt und gehupt, was das Zeug hält. Da fahren Fahrräder, Motorräder, Inliner und Kinderwägen vorbei, fliegen riesige Plastikplanen durch die Luft und rennen Kinder durchs Welpengehege, dass einem schon als Zuschauer die Luft weg bleibt. Nichts davon ist grundsätzlich schlecht, aber: Das Wichtigste, was ein Welpe lernen muss ist, dass er seinem Menschen vertrauen kann. Und zwar immer und absolut.
Hat der Welpe innerhalb der ersten 16 Lebenswochen die bleibende (!) Erfahrung gemacht, dass nichts, was sein Besitzer mit ihm macht, unangehm oder gar schmerzhaft oder angsteinflößend ist, wird er sich ohne Problem trauen, künftig so gefährliche Dinge wie Rolltreppen oder U-Bahnen zu besteigen - auch wenn er diese Dinge in dieser Zeit nie geübt hat.
Unterordnung
Welpenspieltage sind nicht dazu da, Welpen Dinge wie "Sitz", "Platz" und "Komm" beizubringen. Ihr Zweck ist vielmehr, den Besitzern zu vermitteln, wie ein Welpe lernt. Das Wichtigste hierbei ist es, den Besitzern beizubringen, was "Konsequenz" bedeutet. Dazu braucht es kein Unterordnungskommando - im Gegenteil: Das verführt oft nur dazu, dass sich die Welpenbesitzer zu Dauerkommandierern entwickeln. Eine der wichtigsten Übungen für mich ist, dass die Welpen lernen, sich an der Leine bei ihrem stehenden Besitzer ruhig zu verhalten. Sie können stehen, sitzen oder liegen, aber sie sollen weder herumhampeln noch in die Leine beißen, noch bellen, winseln oder Gras fressen. Dazu bedarf es keines Kommandos, sondern nur der Konzentration darauf, den Welpen nicht unbewusst zu bestätigen und ihn nicht zum Erfolg kommen zu lassen.
Ohne das Funktionieren dieser "Grundübung" gibt es in meinen Gruppen keine weiteren Unterordnungsübungen. Bevor ich Hundebesitzer anleite, ihrem Welpen "Sitz" beizubringen, lernen sie, mit ihrem Hund über Körpersprache und Spiel so zu kommunizieren, dass ihr Welpe begeistert zu ihnen kommt - und eben die "Grundübung". Mit diesen beiden Erfahrungen sind sie bestens gerüstet für den Aufbau aller anderen Übungen.
Von Kaffeetanten und Raucherecken
Viele Welpengruppen haben eher das Flair von gemütlichen Plauschrunden als von ernsthafter Arbeit. Die Welpen sind ja alle soooo süüüüüß, machen keine Probleme und während sie miteinander spielen, kann man sich prima unterhalten. Für viele Hundebesitzer sind die Welpenspieltage eine willkommene Entspannung im eigenen Alltag. Es liegt auf der Hand, dass dabei nicht wirklich viel herauskommen kann.
Eine gute Welpengruppe erkennt man auch an der Disziplin unter den Hundebesitzern: Wer verhindert ist oder sich verspätet, meldet sich rechtzeitig ab, wenn Krankheitsanzeichen beim Welpen vorhanden sind, wird die Teilnahme vorher mit dem Trainer besprochen. Es wird weder geraucht, Kaffee getrunken oder sich privat unterhalten, während die Welpen spielen. Die Aufmerksamkeit ist ausschließlich bei den Hunden, und der Trainer hat Gelegenheit, Hundeverhalten zu erklären und entsprechend einzugreifen, wenn dies von Nöten ist.
Es ist Aufgabe des Trainers, für entsprechende Disziplin zu sorgen. Dazu gehört selbstverständlich, dass er selber ein Vorbild ist. Ein Trainer mit Kippe im Mund und Kaffeebecher in der Hand, ist ein schlechtes. Hilfreich ist es, bestimmte Einheiten mit einer Videokamera zu dokumentieren. Dabei kann man ganz hervorragend auf Disziplin- und Konzentrationsmängel (und deren Folgen für die Arbeit mit dem Welpen) eingehen. Gerade Ersthundebesitzer müssen erst lernen, dass die eigene Haltung, das eigene Verhalten unmittelbare Auswirkungen auf das Verhalten ihres Hundes haben. Und vielen (auch erfahrenen!) Hundebesitzern fehlt die Bereitschaft, auch anderen Hunden als dem eigenen Aufmerksamkeit zu widmen. Sie müssen lernen, dass sie in einer Ausbildungsstunde auch dann gefragt sind, wenn sie grade nicht "dran" sind.
Die Bedeutung des Sozialspiels
Techniken Was ist der Sinn einer Welpengruppe? Als erstes wird meist genannt, dass die Welpen Kontakt mit Artgenossen haben und in ihrem Verhalten untereinander entsprechend sozialisiert werden sollen. Das ist sicher eine wichtige Komponente - in meinen Augen aber nur eine von vielen. Leider beschränken sich nach wie vor viele Gruppen darauf, die Hunde miteinander spielen zu lassen. Wenn man davon ausgeht, dass die meisten Welpen bis zur 8. Woche im Geschwisterrudel leben, kann man ebenso voraussetzen, dass sie bis zu diesem Zeitpunkt bereits das ABC der Hunde-Kommunikation gelernt haben. Sie haben gelernt, sich zu unterwerfen, zu beschwichtigen, aggressiv zu sein und wissen um die Grundlagen des Jagdverhaltens. So beherrscht jeder normal aufgewachsene Welpe z.B. verschiedene Bisse wie den Festhaltegriff im Nacken, den Drohbiss an die Kehle und das Abschütteln von Beute. Diese dienen sowohl dem Erlegen von Beute als auch dem Kampf mit Gegnern. Gleichzeitig hat der Welpe aber bereits gelernt, diese Bisse in Form von "Spielbissen", also mit gebremster Kraft und Energie einzusetzen.
Was sie nun noch brauchen ist quasi der "Feinschliff". Sie sollten lernen, dass es Hunde gibt, die anders aussehen, riechen und sich verhalten als die Geschwister und die Erfahrung machen, dass das erlernte Grundverhalten auch im Umgang mit anderen erfolgreich ist. Damit fallen Welpengruppen, die sich auf eine Rasse beschränken, schon in weiten Teilen durch. Ein Terrier spielt anders als ein Dackel oder ein Golden Retriever, und auch Größenverhältnisse sind im richtigen Leben sehr unterschiedlich. Um diese Erfahrungen zu machen, braucht allerdings kein Welpe 10 oder 15 Stunden Dauerspiel. Ein paar Minuten immer mal wieder reichen hierfür völlig aus.
Rassevielfalt Das Spiel mit Artgenossen dient zudem zur Verfeinerung und Festigung des Jagd- und Kampfverhaltens. Hunde spielen untereinander niemals zweckfrei, sondern üben für den Tag, an dem sie selbst ihre Nahrung erlegen oder mit einem Feind kämpfen müssen. Obwohl unsere Hunde nicht mehr aufs Jagen angewiesen sind, haben sie die Anlagen dafür in ihren Genen. Man kann im Spiel von Welpen aber bereits erkennen, dass manche Rassen Variationen des Jagdspieles zeigen. Ein Beispiel sind Hütehunde wie Border Collie und Australian Shepherd, die sich im Spiel bereits häufig darauf beschränken, nur die fürs Hüten erwünschten Sequenzen des Jagdverhaltens zu zeigen. Diese Hunde fixieren stark mit den Augen, belauern die "Beute", um sie dann zu verfolgen. Ihnen fehlt aber oft die Endhandlung des Spieles, nämlich das Packen und Runterziehen. Die meisten Terrier dagegen bevorzugen gerade die zuletzt genannten Elemente und sind dabei auch nicht zimperlich.
Solche Unterschiede im Spiel gibt es in unzähligen Varianten, und es ist die Aufgabe eines Welpentrainers, dass er sie alle kennt, sie zuordnen und entsprechend erklären kann.
Kleinrassige Hunde sollten in einer Welpengruppe durchaus die Erfahrung machen, dass es andere Hunde gibt, die größer und stärker sind und dass sie gut daran tun, dies zu respektieren. Das sollte aber äußerst kontrolliert erfolgen, indem man z.B. zwei kleinrassige mit einem großrassigen Welpen zusammen lässt. Zudem sollte dieser nicht unbedingt der größte Rambo der Gruppe sein. Man darf nie übersehen, dass manche Kleinhunde einen sehr zarten Körperbau haben und auch nicht immer wendig und schnell genug sind, zu verhindern, dass ihnen ein schwerer Welpe ins Kreuz springt. Das ist gefährlich für ihre Gesundheit und bedarf deswegen entsprechender Vorsicht durch den Trainer. Hat man keine entsprechend geeigneten Welpen und sieht, dass die kleinrassigen ständig in die Enge getrieben werden, muss man sie trennen. Das bedeutet, dass eine gute Welpengruppe immer die Möglichkeit haben muss, einen Teil der Hunde in einen abgetrennten Bereich zu bringen.
Aufhören, wenn's am Schönsten ist Ein wichtiger Faktor ist die Zeit. In den meisten Gruppen wird das Spiel der Welpen völlig überbewertet. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es für viele (Trainer und Besitzer der Welpen) einfach angenehm ist, die Hunde spielen zu lassen und selber zwangslos rumszustehen und sich nett zu unterhalten. Welpen spielen mit vollem Einsatz, sowohl körperlich als auch mental. Dies ist in hohem Maße anstrengend und führt schnell zur Erschöpfung. Diese zeigt sich aber in der Regel nicht dadurch, dass die Welpen das Spiel beenden (auch wenn es manche gibt, die sich einfach hinlegen).
Die Erschöpfung ist an ganz anderen Verhaltensweisen erkennbar: Die Welpen werden zunehmend wilder und unkontrollierter im Umgang miteinander. Man hört häufiger Welpen schreien oder keifen und Hunde, die eine ganze Weile friedlich miteinander gespielt haben, geraten plötzlich in Streit. Zu diesem Zeitpunkt ist das gesunde Maß schon längst überschritten und das Einzige, was man nun zu tun hätte wäre, seinen Welpen ins Auto zu packen und nach Hause zu fahren. Statt dessen beginnt in vielen Gruppen jetzt erst die "Arbeit". Geräte werden ausprobiert, Kommandos geübt - und das Ganze mit Welpen, die eigentlich nicht mehr aufnahmefähig sind.
Natürlich sollen die Welpen miteinander spielen. 5-7 Minuten sind hierfür aber völlig ausreichend. Viele Trainer erzählen ihren Hundebesitzern, dass Welpen sich nur wenige Sekunden konzentrieren können - und haben gleichzeitig 20minütige Toberunden.
Auch halte ich es für sinnvoll, nicht jede Stunde mit dem Spiel zu beginnen. Der Kontakt zu Artgenossen ist, wie gesagt, nur EIN Element unter vielen. In meinen Augen ist es wichtig, dass Welpen bereits in der Sozialisierungsphase lernen, dass der Anblick eines Artgenossen nicht immer sofortige Kontaktaufnahme und Spiel bedeutet. Vielmehr soll er doch die Erfahrung machen, dass sein Mensch das Wichtigste in seinem Leben ist. Später beklagen sich viele Hundebesitzer, dass ihr Hund beim Anblick von Artgenossen am Rad dreht, weil er unbedingt hin will: Beigebracht haben die meisten ihm dieses Verhalten (in der Welpengruppe und danach) selbst.
Umgangsfomen Eigentlich sollte man dieses Thema gar nicht ansprechen müssen. Fakt ist aber, dass viele Trainer nicht in der Lage sind, angemessen mit ihren Kunden umzugehen. Vor allem in Vereinen fehlt es hier manchmal an den simpelsten Umgangsformen. Dass man die Teilnehmer freundlich begrüßt (dazu gehört auch Blickkontakt), sollte mindestens funktionieren. In Vereinen ist es oft üblich, sich zu duzen, ich bevorzuge es, die Teilnehmer mit dem Vornamen und einem "Sie" anzusprechen. Das kann sich im Verlauf des Kurses durchaus ändern (tut es auch meist), schafft aber zu Anfang eine, wie ich finde, angenehme Mischung aus Nähe und Distanz zwischen einander fremden Menschen. Wichtig finde ich, dass der Trainer sich bis spätestens zum zweiten Treffen nicht nur die Namen der Hunde (das können die meisten), sondern auch die Namen der Teilnehmer gemerkt hat. Das signalisiert Respekt und das Gefühl, als Person wahrgenommen zu werden.
Umgang mit Fragen Die Teilnehmer haben ein Recht darauf, dass ihre Fragen zum Thema Hund beantwortet werden. Und das so fachlich fundiert und ausführlich wie möglich. Es gibt keine "dummen" Fragen. Gerade ein Hundeanfänger muss die Möglichkeit haben, auch einmal Dinge zu fragen, die den Trainer innerlich zum Grinsen oder Haareraufen bringen - INNERLICH wohlgemerkt! Natürlich kann es passieren, dass man eine Frage einmal nicht beantworten kann. Das ist keine Schande, und man vergibt sich nichts, wenn man das auch zugibt und dem Teilnehmer die Beantwortung bis zur nächsten Stunde zusagt (was dann natürlich auch passieren muss).
Hundebesitzer lieben es, über ihre Hunde zu reden, Welpenbesitzer erst recht. Damit das Ganze nicht ausartet und/oder sich extrem erzählfreudige Teilnehmer permanent in den Vordergrund stellen, empfiehlt es sich, in jeder Stunde eine bestimmte Zeit für Fragen einzuplanen (am besten am Ende des Trainings) und hier ganz bewusst reihum zu fragen, was es an Fragen gibt. So kommt jeder zu Wort, und man kann als Trainer entscheiden, die Ruhigeren zuerst aufzufordern. Jemanden, der starke Redehemmungen hat, sollte man eher in der Mitte der Fragerunde drannehmen, wenn schon einige etwas gesagt haben.
Manche Teilnehmer haben auch persönliche Fragen, die sie nicht vor der Gruppe stellen möchten, und auch für solche sollte der Trainer nach dem Ende des Trainings ein offenes Ohr haben. Ab und zu braucht man ein wenig Geschick, wenn es sich um Leute handelt, die ein sehr ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis haben. Man erkennt sie daran, dass sie mehr reden als zuhören, obwohl sie vordergründig eine Frage gestellt haben. Auch diese Menschen sollte man jedoch nicht vor den Kopf stoßen, sondern versuchen, sie ruhig aber bestimmt beim Thema zu halten.
Störungen haben Vorrang. D.h. wenn ein Teilnehmer während der Stunde eine Erklärung des Trainers nicht verstanden hat oder damit nicht einverstanden ist, darf er jederzeit auch mittendrin eine Frage stellen. Auch hier braucht es manchmal das pädagogische Geschick des Trainers, sachlich und angemessen zu reagieren, ohne das Ziel der Stunde aus den Augen zu verlieren.
Niemanden bloßstellen! Für die meisten Teilnehmer ist es neu und ungewohnt, "lächerliche" Dinge tun zu müssen. Dazu gehören der richtige Einsatz der Stimme und der Einsatz von Körpersprache. Besonders Männer plagen sich - noch dazu in Anwesenheit von Frauen - zu Anfang oft sehr damit. Hier ist es Aufgabe des Trainers, Sicherheit zu vermitteln und vor allen Dingen niemanden "vorzuführen". WENN sich jemand zum Affen macht, dann muss das immer der Trainer sein. Ist er als Vorbild überzeugend, wird es nach und nach auch den Teilnehmern leichter fallen, "feiiiiiiiiin" in der richtigen Tonhöhe zu flöten oder auf allen Vieren auf dem Boden rumzurobben. Entscheidend hierbei ist immer, dass die Teilnehmer verstehen, wozu das Ganze dient.
In Bezug auf Kameramitschnitte bedeutet das Folgendes: Die Teilnehmer müssen von Anfang an darüber informiert werden, wenn gelegentlich eine Kamera mitläuft. Auch hier hilft eine gute Begründung, Barrieren abzubauen. Alle Teilnehmer bekommen die (garantierte!) Zusage, dass die Mitschnitte ausschließlich innerhalb des eigenen Kurses gezeigt und nach dem Ende des Kurses gelöscht werden. Möchte man Dinge weiterverwenden, kann man die Teilnehmer bitten, eine Bildfreigabe-Erklärung zu unterschreiben, sodass die Aufnahmen auch zu weiteren Schulungszwecken verwendet werden können. Manchmal ist es sinnvoll, diese erst am Ende des Kurses, wenn die Teilnehmer das Material gesehen haben, zu erbitten. Wird diese verweigert, ist es selbstverständlich, das Material zu löschen - auch wenn es schwer fällt.
copyright by Jutta Hamprecht-Göppner
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