.....................................................................................................................................................................................................

A l l   a b o u t    R e t r i e v e r   -   working dogs & gundogs international

 

ENGLISCH Aktuelles Aktuelles

Geduld bedeutet, dass man immer weitblickend das Ziel im Auge behält,
Ungeduld bedeutet, dass man kurzfristig nicht die Bestimmung begreift.


Angelika Evans zählt zu den Menschen, aus deren Leben die Retriever nicht mehr wegzudenken sind. Sie trainiert regelmäßig ihre eigenen Hunde mit Dummys, fährt zu Prüfungen und ist in der Jagdsaison viel unterwegs. Sie züchtet Golden und Labrador Retriever unter dem Zwingenamen '...of Mountain Forest Glade'.

Wir trafen uns mit Angelika zum Interview - in ihrem Zuhause in Delbrück-Westenholz auf einem ehemaligen Hof mit einer einen Hektar großen Wiese, das sich hervorragend für ein Leben mit Hunden eignet.
 

Wie hat bei Dir die Leidenschaft zum Golden und Labrador Retriever angefangen?
Ich hatte mir schon als Kind einen Hund gewünscht. Jedes Jahr zu Weihnachten und bei jedem Geburtstag stand auf meinem Wunschzettel: „ein Hund“. Leider konnte dieser Wunsch damals nie erfüllt werden. Doch das sollte sich ändern. Wie das Leben manchmal so spielt, bot sich mir dann als Erwachsene mit zwei kleinen Kindern die Gelegenheit, einen Hund anschaffen zu können. So kam schließlich Anna, eine Show-Goldenhündin zu uns. Sie war mit ihrer Ruhe und Gelassenheit genau die richtige Begleiterin für eine Mutter mit zwei kleinen Kindern. Mein jüngerer Sohn David hat mit ihr laufen gelernt. Annas Ausbildung wurde mein Hobby. Und da Anna viel Spaß an der Arbeit mit Wild hatte, haben wir viele Jagdprüfungen abgelegt. Daraus entstand dann auch der Wunsch, mit ihr jagen gehen zu können – also machte ich den Jagdschein. Die Arbeit mit Dummys war weniger Annas Leidenschaft, aber dennoch haben wir es hier in die F-Klasse „geschafft“.
 


Wolltest du vom Anfang an mit deinen Retrievern arbeiten oder wurde dieses Interesse erst durch einen bestimmten Hund geweckt?
Mit Anna wollte ich nicht unbedingt arbeiten, sie sollte eigentlich ein reiner Familien-Schmuse-Hund werden. Obwohl sie nur ab und an - und auch dann nicht besonders ausdauernd - apportiert hat, weckte sie letztendlich in mir die Leidenschaft für die Dummyarbeit.
 


Was ist für dich bei der Ausbildung am wichtigsten, was ist dir persönlich nicht so wichtig?
Die Ausbildung der Hunde - also das “Arbeiten” mit dem Hund - muss sowohl dem Hund als auch dem Hundeführer Spaß machen. Das ist für mich das Wichtigste, und da gehe ich auch keine Kompromisse ein!! Wenn mein Hund Spaß daran hat, mit mir zusammen zu arbeiten, kann ich mir auch mal erlauben, mit ihm zu schimpfen, wenn er sich nicht an meine “Regeln” hält. Vor allem bei der Jagd entwickeln Hunde leider häufig ihre eigenen Regeln und wollen lieber allein arbeiten. Da ich gern „psychisch weiche“ Hunde um mich habe, kann das “schimpfen” durchaus auch weich ausfallen. Denn ich würde mit keinem „psychisch harten“ Hund arbeiten wollen.
 


Warum fährst du mit deinen eigenen Hunden zu Prüfungen und welche Prüfungen bevorzugst du?
Ich fahre mit meinen Hunden zu Prüfungen, weil wir daran sehr viel Spaß haben. Für die Hunde ist es weit aufregender als ein Training, trotz manchmal langer Wartezeiten. Auch für mich ist es aufregend: ich treffe viele nette Leute und finde es total spannend, vor immer neue Herausforderungen gestellt zu werden. Gilt es doch, spontan entscheiden zu müssen, wie ich den Hund schnell und effektiv ans Ziel bekomme. Ich bevorzuge Prüfungen mit dem Dummy, da es dort keine klar beschriebene Prüfungsordnung gibt. Jeder Richter kann sich je nach Klasse andere Aufgaben ausdenken, und obwohl ich nun schon seit Jahren auf Workingtests starte, werde ich noch so manches Mal überrascht. Jagdprüfungen führe ich auch gern, finde sie aber weniger aufregend, weil jedes Prüfungsfach klar definiert ist und die Abwechslung lediglich in anderem Gelände liegt. Field Trials finde ich genauso spannend wie Workingtests, doch leider fallen sie (natürlich) in die Jagdsaison, in der ich gern und viel mit meinen Hunden auf Jagden unterwegs bin.
 


Warum hast du angefangen zu züchten?
Als Anna zwei Jahre alt war, kam bei uns der Wunsch nach einem zweiten Hund auf. Wir fanden, dass Anna toll war: sie war gesund, hatte einen guten Wesenstest absolviert und einige Prüfungen abgelegt. Warum also mit einem so tollen Hund nicht selbst einen Wurf machen? Die Züchterin von Anna stand uns mit Rat und Tat zur Seite, und nach unserem ersten Wurf war ich “infiziert”.
 


Was macht für dich eine gute Zuchthündin aus?
Da hat sich im Laufe der Jahre einiges geändert. Meine ersten Würfe waren reine Showwürfe. Meine Zuchthündinnen sollen aus einem gesunden Wurf stammen, egal ob selbst gezüchtet oder gekauft. Gutes Wesen ist mir extrem wichtig! Natürlich sollen meine Hündinnen wie Retriever aussehen, aber Schönheit ist längst nicht alles. Heute ist mir neben dem Wesen und der Gesundheit der Hunde auch ihre Arbeitsfreude immens wichtig.
 

Wonach wählst du den passenden Deckrüden?
Ich versuche, ganz realistisch die “Defizite” meiner Hündin zu reflektieren. Dann mache ich mich auf die Suche nach einem Rüden, der dieses “Defizit” ausgleichen könnte. In der Zucht ergeben groß und klein leider nicht mittelgroß. Darum ist es oft schwierig, ein “Defizit” ausgleichen zu können. Aber ich gebe mir Mühe, und manchmal gelingt es auch.
 

Was fällt dir spontan zu dem umfangreichen Thema Gesundheit ein? Worin siehst du die Chancen, aber auch die Gefahren?
Ich bin unbedingt für “Gesundheitskontrollen” durch unseren Zuchtverein. Zwar sehe ich ganz realistisch, dass z.B. in England, wo es derartige Vorschriften nicht gibt, die Hunde auch nicht sehr viel kränker sind als bei uns. Aber als Züchterin fühle ich mich wohler, wenn ich z.B. durch Gentests und Zuchtwerte Krankheiten ausschließen oder minimieren kann.
 


Was hat sich deiner Meinung nach in den letzten Jahren geändert – in der Ausbildung, in der Zucht, im menschlichen Umgang mit Hunden? Zum positiven, aber auch zum Negativen...
In der Ausbildung - also beim Training - hat sich bei den meisten Hundeführern etwas geändert: sie gehen mit ihren Hunden positiver an die “Arbeit” heran, mit mehr Spaß  zusammen mit ihrem Freund, dem Hund. Es finden viele Workingtests statt, und da es inzwischen sehr viele arbeitsfreudige Retriever gibt, die nicht alle auf Jagden geführt werden können, ist es schön, sie mit Workingtests retrievergerecht beschäftigen zu können. Doch leider liegt es in der Natur des Menschen, gern vorn mit dabei sein zu wollen, das geht auch mir so. Schade ist nur, dass dann oft der Freund Hund für die Erfolge missbraucht wird, indem um jeden Preis und ohne Kompromisse trainiert wird. Ich wünschte mir, dass sich solche zu ehrgeizigen Menschen manchmal die Frage stellen, warum sie sich für ihren ersten Hund entschieden haben und ihren jetzigen dann auch entsprechend behandeln. Manche Hunde sind für die eigenen – vielleicht viel zu hoch gesteckten - Ziele einfach nicht geeignet.

Gleiches gilt übrigens auch für die Zucht: Manche Hunde sind für die Ambitionen des Züchters einfach nicht geeignet und gehören dann nicht in die Zucht.
 


Gibt es etwas, was du dir für die Zukunft wünschst?
Meinen Hunden und mir wünsche ich vor allem Gesundheit - damit wir unser Hobby und unseren Spaß noch lange gemeinsam erleben können.
 


Danke für das Interview, verrätst du uns zum Schluss dein Geheimnis für Erfolg?
Erfolg ist relativ ...
Habe ich ein Geheimnis? Meine Hunde sind meine Freunde, meine Familienmitglieder. Vielleicht passen wir deshalb so gut zusammen, so dass es für das, was ich als Erfolg bezeichne, ausreicht? Wir kennen uns sehr gut, nicht nur beim Training sondern auch im tagtäglichen Beisammensein. Ich bin von Natur aus ein fröhlicher Mensch und habe gern fröhliche und weiche Hunde um mich herum. Es wird mir jeden Tag neu bewusst, was und wie viel die Hunde mir geben! Ich liebe die langen Spaziergänge mit ihnen, ich erfreue mich daran, wenn sie fröhlich miteinander toben, wenn sie abends bei mir liegen. Nicht immer, aber meistens, bringt mir das Training mit ihnen Entspannung ;-). Sie bereichern mein Leben - und mir macht es Freude, das Leben meiner domestizierten Wölfe zu bereichern. :-D
 

 

Impressum

Wir bedanken uns bei
Angelika Evans
Golden und Labrador Retriever Zuchtstätte “of Mountain Forest Glade”

Website

 

 

 

Fragen:

Christiane Stricker, Jarka Svenka

Fotos:

webPure, Angelika Evans

 

 

Urheberrecht:

Das Interview wurde exclusiv für die Info-Seite All about Retriever gegeben und ist urheberrechtlich geschützt. Ohne ausdrückliche vorherige schriftliche Genehmigung ist es nicht gestattet, diese Fotos und diesen Text oder ihre Teile zu reproduzieren, durch  elektronische Speichermedien zu verbreiten oder zu verarbeiten. Personen, die Inhalte dieser Seite ohne Genehmigung  veröffentlichen, werden kostenpflichtig abgemahnt und angezeigt.

 

© September 2011

...................................................................................................................................................................................................::


·   KONTAKT   ·     IMPRESSUM
 


All about Retriever - Working Dogs & Gundogs - Internatonal  
 

Fédération Cynologique Internationale